Geistesblitz 20/03 DE

Geistesblitz 20/03 DE

Termingeschäft mit bedingter Kursverbesserung


Vorbermerkung


Nach einer kurzen, starken Rallye um den Monatswechsel hat der EUR-USD Wechselkurs zuletzt wieder erheblich nachgegeben. Wie überwiegend in den letzten zwei Jahren zeigt der USD Stärke. Kurzzeitig war der EUR sogar in Schlagdistanz seines 3-Jahres Tiefs. Angesichts möglicher Folgen des Shutdowns im Rahmen der Corona-Krise werden jedoch Zweifel an der Nachhaltigkeit dieses Trends wach. Die letzten Tage zeigten bereits eine starke Kurserholung. Die galoppierende US–Staatsverschuldung und eine gesunkene Zinsdifferenz zur Eurozone könnten Ihren Teil zu einem fortgesetzten Rebound beitragen. In der aktuellen Situation sind Importeure mit USD-Verbindlichkeiten mehrfach getroffen. In erster Linie von den gesunkenen Kursen und zusätzlich von den geschrumpften Terminaufschlägen. Möchten diese gegen einen noch schwächeren EUR gewappnet sein und gleichzeitig an einem eventuell stärkeren EUR partizipieren, würde sich eine optionale Sicherung anbieten. Diese haben sich jedoch zuletzt drastisch verteuert. Lange Zeit rückläufige EUR-USD Volatilitäten haben sich bedingt durch die Nervosität im Markt innerhalb kürzester Zeit mehr als verdoppelt. So ist beispielsweise die 6-Monats ATM-Volatilität von ca. 4,4% auf ca. 12,5% angezogen und beträgt aktuell ca. 8,8%.



Abbildung 1: EUR-USD 6-Monats Volatilität (ATM) in den letzten 5 Jahren


Mit dem aktuellen Geistesblitz möchten wir eine mögliche Lösung dieses Dilemmas für USD-Importeure aufzeigen. Wir stellen Ihnen eine Strategie vor, mit der sich Ihre Kunden gegen einen sinkenden EUR-USD Wechselkurs vollständig absichern können, ohne auf eine Kursverbesserung im Falle einer EUR-USD Gegenbewegung verzichten zu müssen.

Marktdaten (27. März
2020)
 

  • EUR-USD Kassekurs: 1,1045 USD/EUR
  • 6-Monats EUR-USD Terminkurs (inkl. Marge): 1,1140 USD/EUR

Abbildung 2: EUR-USD Wechselkurs in den letzten 5 Jahren

Termingeschäft mit bedingter Kursverbesserung 


Produktbeschreibung:

Der Importeur schließt ein „Termingeschäft mit bedingter Kursverbesserung“ ab, aus dem er in 6 Monaten 2.000.000 USD zum Tauschkurs von 1,0800 USD/EUR gegen EUR erwirbt. Dies entspricht einem Abschlag gegenüber Kassekurs und Terminkurs in Höhe von 0,0245 USD/EUR bzw. 0,0340 USD/EUR. Im Gegenzug hat der Kunde die Chance auf eine Kurverbesserung im Falle eines weiter steigenden EUR-USD Wechselkurses. Die Kursverbesserung erfolgt schrittweise und richtet sich nach dem Kassekurs am Laufzeitende. Im besten Fall kann der höchste Bonuskurs 1,1800 USD/EUR erzielt werden, ein Wechselkursniveau, das zuletzt im September 2018 erreicht wurde. Wird jedoch die kontinuierliche Kursschwelle von 1,2300 USD/EUR während der nächsten 6 Monate erreicht oder überschritten, entfallen die Kursverbesserungen. Ihr Kunde wird zum Absicherungskurs 1,0800 USD/EUR abgerechnet. Die Kursschwelle trägt dazu bei, die deutlich erhöhten Kosten einer Partizipation an steigenden Kursen abzumildern. Trotz rasant gestiegener Wechselkursvolatilitäten besteht also die Chance auf sehr attraktive Absicherungskurse solange 1,2300 USD/EUR nicht erreicht wird.


Beispielhafte Rahmendaten einer Ausgestaltung:

  • Nominal: 2.000.000 USD
  • Laufzeit: 6 Monate
  • Absicherungskurs: 1,0800 USD/EUR
  • Bonuskurs 1: 1,1140 USD/EUR, sofern Kassekurs am Laufzeitende mind. 1,1140 USD/EUR (aber unter 1,1470 USD/EUR)
  • Bonuskurs 2: 1,1470 USD/EUR, sofern Kassekurs am Laufzeitende mind. 1,1470 USD/EUR (aber unter 1,1800 USD/EUR)
  • Bonuskurs 3: 1,1800 USD/EUR, sofern Kassekurs am Laufzeitende mind. 1,1800 USD/EUR
  • Kursschwelle: 1,2300 USD/EUR, wird sie während der Laufzeit erreicht oder überschritten (kontinuierliche Feststellung), entfallen die Bonuskurse.



Abbildung 3: Grafische Darstellung des abgesicherten Kurses

Chancen und Risiken aus Kundensicht:

Chancen:
  • Sicherung der USD-Käufe zum EUR-USD Mindestkurs, dem Absicherungskurs 1,0800 USD/EUR.
  • Kauf des USD zu einem der drei Bonuskurse mit Kursverbesserung um bis zu 0,1000 USD/EUR (auf 1,1800 USD/EUR) im Falle eines steigenden EUR-USD Wechselkurses zum Laufzeitende. 
Risiken:
  • Abgesicherter Kurs ist 0,0245 USD/EUR unter dem aktuellen Kassekurs (1,1045 USD/EUR) und 0,0340 USD/EUR schlechter als der alternative Terminkurs (1,1140 USD/EUR).
  • Die Möglichkeit zur Verbesserung auf einen der drei Bonuskurse entfällt, sollte der EUR-USD Wechselkurses während der Laufzeit mindestens einmal an oder über der Kursschwelle (1,2300 USD/EUR) notieren.


Fazit 


Im aktuellen Geistesblitz „Termingeschäft mit bedingter Kursverbesserung“ vereinbaren Kunden mit USD-Verbindlichkeiten einen EUR-USD Mindestkurs unterhalb des aktuellen Kassekurses von 1,1045 USD/EUR. Im Gegenzug haben sie die Möglichkeit, durch eine schrittweise Kursverbesserung an einem eventuell weiter steigenden EUR-USD Kurs teilzuhaben. Im besten Fall kann ein Bonuskurs von 1,1800 USD/EUR erzielt werden. Durch die Verwendung einer Kursschwelle macht sich die Strategie die gestiegenen Wechselkursvolatilitäten zu nutze. Sie bietet die Chance auf Absicherungsniveaus, die andernfalls in einem Umfeld niedrigerer Kurse und gestiegener Volatilitäten mit Standardlösungen schwerlich erzielbar wären.

LPA

CapTech Group

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